Was für ein Tag.
Der Fachtag zum Berliner Modell hat eindrucksvoll gezeigt, wie relevant und notwendig dieses Projekt ist: Vor allem für die Kinder in deren Umfeld sich häusliche Gewalt ereignete und für die Schnittstellen von Justiz und Sozialer Arbeit und deren Praxis.
Wir vom SkF Berlin sind stolz auf unser Projekt und darauf, wie viele Menschen am 20.11.2025 gekommen sind, um fachlich, kritisch und engagiert mitzudenken.
Begrüßungen & Auftakt
Moderiert von Tanja Samrotzki begrüßten die Vorsitzende des SkF Berlin, Dr. Dagmar Löttgen, und die Präsidentin der KHSB, Prof. Dr. Gabriele Kuhn-Zuber, die Teilnehmer vor Ort und im Chat. Beider betonten die Bedeutung des Berliner Modells als einzigartigen Ansatz mit Fokus auf das Kindeswohl nach häuslicher Gewalt.
Da die Berliner Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe nicht vor Ort sein konnte, begegnete sie dem Publikum mit einem digitalen Grußwort. Sie hob hervor, dass häusliche Gewalt oft unbeobachtet bleibt und dass Kinder immer betroffen sind, auch wenn die Gewalt die Mutter trifft. Gleichzeitig lobte sie den Ansatz, dass alle Beteiligten einer Familie zu Wort kommen.
Fachlicher Einstieg
Das Projektteam stellte im Wechsel die Grundlagen und die Arbeitsweise des Projekts vor. Wichtiger Punkt dabei waren die Fakten und Zahlen, die das Publikum eindrucksvoll auf die Evaluation des Projekts einstimmten.
Vorstellung des Evaluationsberichts
Judith Rieger von der KHSB präsentierte die Ergebnisse ihrer dreijährigen wissenschaftlichen Begleitung der Modellphase. Sie wägte die positiven Seiten mit der Kritik des Berliner Modells ab mit einer Empfehlung für die Zukunft des Projekts, das ab 2027 in die öffentliche Förderung kommen möchte. Zudem betonte sie, dass das Projekt die Modellphase intensiv genutzt habe stetig seine Lehren zu ziehen und sich weiterzuentwickeln.
Impuls & Workshops
Familienrichterin Henrike Hopf vom Amtsgericht Kreuzberg gab einen sehr prägnanten und wertvollen juristischen Impuls zur Istanbul-Konvention sowie Einblick in die Praxis der Familiengerichte. Sie betonte den „Nettogewinn“, der für Mütter, Väter und Kinder durch das Berliner Modells möglich ist. Es folgten drei Workshops zu den Perspektiven von Vater, Mutter und Kind aus Fragen für die Podiumsdiskussion resultierten.
Podiumsdiskussion & Ausblick
Zum Abschluss kamen Politik, Justiz und Praxis ins Gespräch – mit einer klaren Botschaft: Das Berliner Modell zur Eltern-Kind-Beratung nach häuslicher Gewalt wirkt nachweislich.
Lisa Paus, MdB Bündnis 90/Die Grünen und Familienministerin a.D. betonte ihren Einsatz für das Gewalthilfegesetz während der vorherigen Regierungskoalition und forderte gleichzeitig auf damit positiv weiter zu gehen. Sie hob insbesondere Berlin als innovativen Standort für neue soziale Projekte hervor. Richterin Henrike Hopf bestätigte die zunehmende Politisierung des Familienrechts. Sarah Kesselberg, Bereichsleiterin Offene Sozialarbeit es SkF Berlin betonte in diesem Zusammenhang, dass es für sie wichtig sei zu hören was das Kind nach häuslicher Gewalt möchte. Kinder seien, auch wenn sie selbst nicht geschlagen würden, immer mitbetroffen von häuslicher Gewalt.
Danke
Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden, an die KHSB für die Kooperation sowie an unsere Förderer:
Lotto-Stiftung Berlin und die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung.
Unser Projekt, das Berliner Modell, nimmt viel Energie und Rückenwind mit: Wir arbeiten im Verein gemeinsam weiter daran, Kinder nach häuslicher Gewalt zu schützen.
Fotos SkF e.V. Berlin













