Berlin, 10. November 2025 – Seit fünf Jahren setzt sich die Initiative §25/11 – Haus ohne häusliche Gewalt dafür ein, häusliche Gewalt dort sichtbar zu machen, wo sie geschieht: in den eigenen vier Wänden. Gegründet wurde die Initiative 2020 von der Berliner Kreativagentur PEIX Health Group gemeinsam mit dem Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Berlin (SkF Berlin). Das Ziel: Wohnungsunternehmen, Vermieterinnen und Mieterinnen zu sensibilisieren und konkrete Hilfe für Betroffene zugänglich zu machen.
Von Berlin in die ganze Republik
Was als Berliner Kampagne zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11.) begann, hat sich mittlerweile bundesweit etabliert. Zahlreiche Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften beteiligen sich heute an der Initiative, indem sie §25/11 als Zusatz in ihre Mietverträge aufnehmen. Damit bekennen sie sich zu einem gewaltfreien Wohnumfeld und machen auf die Unterstützungsangebote des SkF Berlin aufmerksam.
Zu den ersten und bis heute engagiertesten Partnern zählt die Charlottenburger Baugenossenschaft eG.
Dirk Büscher, Sozialarbeiter bei der Charlottenburger Baugenossenschaft eG:
„Wir als Charlotte möchten, dass unsere Häuser frei von Gewalt bleiben und für alle Bewohnerinnen und Bewohner ein Ort der Sicherheit, des gegenseitigen Respektes und der freien Entfaltung sind. Das eigene Zuhause ist der wichtigste Schutzraum für jeden von uns und deshalb tolerieren wir in unseren Häusern keine Form von häuslicher Gewalt. Wir haben dieses Thema über unseren Internetauftritt, Aushänge und unsere Mitgliederzeitschrift aktiv in unsere Wohnungsbestände gebracht. Fast 5.000 Personen haben auf unserer Homepage bereits unseren Aufruf gegen häusliche Gewalt geteilt. Das ist ein deutliches Statement.“ (Unser Kurzinterview mit Dirk Büscher im Anhang.)
Konkrete Maßnahmen, messbare Wirkung
Seit dem Start wurden hunderte Poster in Hausfluren geklebt, Plakate im öffentlichen Raum ausgehängt, U-Bahn-Kampagnen umgesetzt, Hauswart*innen geschult und Presseaktionen initiiert. Allein im ersten Jahr des Bestehens erreichte §25/11 rund 10.000 Wohnungen.
Auch über Berlin hinaus findet die Initiative §25/11 Unterstützer – und immer mehr Wohnungsunternehmen schließen sich an. Die Reichweite der Initiative wächst. Bislang beteiligen sich beispielsweise:
RUWOLT Grundstücksverwaltung, Charlottenburger Baugenossenschaft eG, WGBG Berlin, BBU Verband Berlin-Brandenburgische Wohnungsunternehmen e.V., Deutsche Wohnen, Hilfswerk Siedlungen GmbH, Vonovia, Evangelischer Kirchenkreisverband Hausverwaltung Süd (KKV-Süd), Evangelische Brudergemeinde Hausverwaltung Berlin, Michael Schick Immobilien GmbH & Co. KG, Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH, Fritz Kirchübel oHG Hausverwaltung, Diakoniewerk Simeon, Stadt und Land sowie Howoge.
Bekannte prominente Unterstützer sind: Regina Halmich, Boxweltmeisterin, Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales a.D. (SPD); Lars Klingbeil, Vizekanzler und Bundesminister der Finanzen; Birgit Danschke, Vorständin WGBG, Alina Levshin, Schauspielerin, Katja Dunkel & Rebecca Richter, DUNKEL RICHTER Rechtsanwältinnen; Hakan Demir, Bundestagabgeordneter für Berlin-Neukölln; Martin Hikel, Bezirksbürgermeister, Berlin-Neukölln; Mechthild Rawert, MdB a.D., Dilek Kalayci, ehem. Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen (2011-2016) und Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung (2016-2021) und viele mehr (siehe §25/11: Der neue Paragraph gegen häusliche Gewalt).
Gesellschaftliche Verantwortung sichtbar machen
Häusliche Gewalt betrifft jede dritte Frau mindestens einmal im Leben. §25/11 schafft Bewusstsein – und zeigt Wege aus der Gewalt. Denn jedes Haus, das sich beteiligt, kann Leben verändern.
Anke Stueber, Chief Communication Officer, PEIX Health Group: „Der 25.11. darf kein Datum bleiben, sondern muss Haltung werden. Im Jubeljahr engagieren wir uns gemeinsam mit dem SkF Berlin, die Initiative §25/11 als Zeichen gegen häusliche Gewalt an Frauen noch weiter zu verankern. Mit einem bundesweiten Fachtag, neuen Kooperationen und kreativen Impulsen möchten wir das Thema dauerhaft in den öffentlichen Fokus rücken – verbindlich, wirksam und sichtbar und nicht nur einmal im Jahr am 25.11.“
Dr. Dagmar Löttgen, Vorstandsvorsitzende SkF e.V. Berlin: „§25/11 trägt zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei. Wir holen die häusliche Gewalt aus der Tabuzone. Als die PEIX Health Group durch einen Mitarbeitenden, der häusliche Gewalt in seiner Nachbarschaft miterlebte, mit der Idee zur Initiative §25/11 auf uns zukam, haben wir keinen Moment gezögert, mitzumachen.“
Kurzinterview mit Dirk Büscher, Sozialarbeiter CHARLOTTE | Sozial/ Charlottenburger Baugesellschaft
Was ist Ihre Intention für die Beteiligung?
Büscher: Wir als Charlotte möchten, dass unsere Häuser frei von Gewalt bleiben und für alle Bewohnerinnen und Bewohner ein Ort der Sicherheit, des gegenseitigen Respektes und der freien Entfaltung sind.
Das eigene Zuhause ist der wichtigste Schutzraum für jeden von uns. Dieses Zuhause bieten wir als Genossenschaft und tolerieren in unseren Häusern keine Form von häuslicher Gewalt.
Wie ist das Feedback der Genossenschaftsmitglieder?
Büscher: Wir haben dieses Thema über unseren Internetauftritt, Aushänge und unsere Mitgliederzeitschrift aktiv in unsere Wohnungsbestände gebracht. Fast 5000 Personen haben auf unserer Homepage bereits unseren Aufruf gegen häusliche Gewalt geteilt. Das ist ein deutliches Statement.
Die Resonanz war und ist positiv. Eine Info-Veranstaltung in Adlershof musste allerdings mangels Interessierter abgesagt werden. In unserem Nachbarschaftstreff in Siemensstadt wurde ein Film zum Thema gezeigt, hier fanden sich Teilnehmende verschiedenen Geschlechtes. Ferner haben wir unsere Hauswarte durch den SkF im Rahmen von Info-Veranstaltungen für dieses Thema sensibilisiert und Handlungsstrategien besprochen.
Gab es schon einmal einen Vorfall, bei dem der Zusatz gegriffen hat oder muss er nicht greifen, weil er von Anfang klar ist, dass häusliche Gewalt keine Chance hat?
Büscher: Vermutete Vorfälle häuslicher Gewalt werden immer wieder aus der Nachbarschaft an uns herangetragen. Unsere Handlungsmöglichkeiten beschränken sich hier jedoch zunächst auf Gesprächsangebote für die Betroffenen sowie die Empfehlung versierter Beratungsstellen wie die Hotline des SkF-Frauentreffpunktes.
Was ist Ihnen wichtig dazu zu sagen?
Büscher: Wir wollen unser Engagement gegen häusliche Gewalt fortsetzen und hoffen, dass sich viele Wohnungsunternehmen anschließen. Die Herausforderungen sind groß, umso wichtiger ist es klar Stellung zu beziehen: Gewalt ist nie privat und Gewalt ist nie zu tolerieren oder zu entschuldigen!









